November 15, 2016

Nie zu alt

Krafttraining macht in jedem Alter Sinn

Leider sind die meisten der über 60-jährigen Deutschen Bewegungsmuffel. Nur 15 Prozent dieser Altersgruppe sind regelmäßig aktiv.

 

Training im Alter - Senioren

Dr. Sabine Eichberg vom Institut für Bewegungs- und Sportgerontologie an der Sporthochschule Köln erklärt, warum dies so ist: „Trotz aller Aufklärung wissen viele ältere Menschen nicht, wie wichtig körperliche Aktivität für sie ist. Sie fühlen sich zu alt oder zu krank. Sie meinen, dass sie ihre Fitness nicht verbessern könnten, obwohl Studien das Gegenteil beweisen.“ In der Regel beschleunigt diese Passivität sogar den Alterungsprozess.

Ausreichende Bewegung ohne Überlastung beugt Arthrosen vor. Werden Gelenke nicht bewegt, kann eine vorhandene Arthrose schneller fortschreiten. Mangelnde Bewegung fördert das Sturz-Risiko. Wenn Knochen im Alter an Festigkeit verlieren, sind Brüche vorprogrammiert. Es ist also so, dass in vielen Fällen körperliche Passivität zu Einschränkungen in der Mobilität führt und nicht umgekehrt. Oder wie viele Therapeuten es formulieren:

Schonung ist Rückschritt.

Ungefähr bis zum 25. Lebensjahr baut der menschliche Körper Kraft und Muskelmasse auf. Dann beginnen Fett- und Bindegewebe Muskelmasse immer mehr zu ersetzen, wenn der Körper nicht ausreichend gefordert wird. Im Alter kann ein untrainierter Körper mehr als ein Drittel seiner Muskelmasse verloren haben. Dieser Muskelabbau ist nur im geringen Maße eine Alterserscheinung.Er ist in erster Linie eine Folge mangelnder Aktivität. In vielen Fällen würden sich degenerative Erkrankungen vermeiden lassen, wenn durch gezieltes Krafttraining dem Muskelabbau vorgebeugt würde.

Untersuchungen zeigen, dass Verbesserungen der Leistungsfähigkeit auch in hohem Alter noch problemlos möglich sind. Ein untrainierter älterer Mensch reagiert sogar deutlich schneller auf Trainingsreiz als ein bereits trainierter junger Mensch.

Würde der Mensch im Alter keine Muskulatur mehr aufbauen können, würde kein Knochenbruch und keine Wunde mehr verheilen. Krafttraining hilft nicht zuletzt, den Körper für profane Alltagsaktivitäten wie Treppensteigen und das Tragen der Einkaufstasche fit zu halten. Das hört sich lapidar an, ist aber unter dem Strich ein ungemein wichtiger Faktor für Lebensqualität im Alter.